Kartoffel-Focaccia: Goldbraun, weich und mit nur wenigen Zutaten zubereitet

Kartoffel-Focaccia: Goldbraun, weich und mit nur wenigen Zutaten zubereitet

In deutschen Haushalten erlebt die kartoffel-focaccia derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Dieses rustikale Fladenbrot aus der italienischen Backtradition, angereichert mit dünn geschnittenen Kartoffelscheiben, vereint mediterrane Leichtigkeit mit herzhafter Bodenständigkeit. Die goldbraune Kruste umschließt eine weiche, luftige Krume, während die Kartoffelscheiben an der Oberfläche karamellisieren und eine unwiderstehliche Textur schaffen.

Was diese Spezialität besonders auszeichnet, ist ihre erstaunliche Einfachheit. Mit lediglich einer Handvoll Zutaten gelingt ein Brot, das sowohl als Beilage zu Antipasti als auch als eigenständiger Snack überzeugt. Die lange, langsame Teigruhe entwickelt komplexe Aromen, während das großzügige Olivenöl für die charakteristische Saftigkeit sorgt. Für vier Personen als Beilage oder zwei Personen als Hauptgericht konzipiert, lässt sich dieses Rezept mühelos verdoppeln.

25

35

mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. den grundteig ansetzen

Das mehl in eine große schüssel sieben und in der mitte eine mulde formen. Die trockenhefe mit einem esslöffel des lauwarmen wassers und einer prise zucker verrühren, fünf minuten ruhen lassen, bis sich schaum bildet. Diese mischung in die mehlmulde gießen, das restliche wasser, 60 ml olivenöl und das meersalz hinzufügen. Mit einer gabel vom zentrum nach außen arbeiten und die zutaten allmählich einarbeiten, bis ein klebriger teig entsteht.

2. den teig kneten und entwickeln

Den teig auf eine leicht geölte arbeitsfläche geben und acht bis zehn minuten kräftig kneten. Dabei immer wieder falten, drehen und mit dem handballen nach vorne drücken. Der teig sollte geschmeidig werden und sich von der arbeitsfläche lösen. Alternativ mit der küchenmaschine fünf minuten auf mittlerer stufe kneten. Eine dünne ölschicht in einer schüssel verteilen, den teigball hineinlegen, mit einem feuchten tuch abdecken und an einem warmen ort 90 minuten gehen lassen, bis sich das volumen verdoppelt hat.

3. die kartoffeln vorbereiten

Während der teig ruht, die kartoffeln gründlich waschen und mit der schale in hauchdünne scheiben schneiden, idealerweise zwei millimeter dick. Eine mandoline ein küchengerät zum präzisen schneiden in gleichmäßige scheiben liefert hier perfekte ergebnisse. Die kartoffelscheiben in kaltem wasser zehn minuten einweichen, um überschüssige stärke zu entfernen, dann gründlich abtupfen. Dieser schritt verhindert, dass die kartoffeln beim backen zu dunkel werden.

4. das backblech vorbereiten und den teig formen

Ein backblech mit backpapier auslegen und mit zwei esslöffeln olivenöl großzügig einpinseln. Den aufgegangenen teig vorsichtig aus der schüssel nehmen, ohne ihn zu stark zu entgasen. Auf dem vorbereiteten blech mit den fingerspitzen sanft auseinanderziehen und in rechteckiger form verteilen. Die typischen vertiefungen entstehen durch das eindrücken der fingerspitzen in den teig. Den teig weitere 20 minuten ruhen lassen, damit er sich entspannt und die charakteristische luftige struktur entwickelt.

5. belegen und würzen

Den backofen auf 220 grad celsius vorheizen. Die abgetrockneten kartoffelscheiben dachziegelartig auf der teigoberfläche verteilen, dabei etwa zu zwei dritteln überlappen lassen. Mit den fingern nochmals sanft vertiefungen in den teig drücken, sodass sich in den mulden kleine olivenölpfützen bilden können. Die restlichen 20 ml olivenöl gleichmäßig über kartoffeln und teig träufeln. Mit grobem meersalz und dem getrockneten rosmarin bestreuen.

6. backen bis zur goldenen perfektion

Das blech auf der mittleren schiene 30 bis 35 minuten backen. Nach 20 minuten die temperatur auf 200 grad reduzieren, damit die kartoffeln nicht verbrennen. Die focaccia ist fertig, wenn die unterseite goldbraun ist und beim klopfen hohl klingt, während die kartoffelscheiben an den rändern knusprig karamellisiert sind. Auf einem kuchengitter zehn minuten abkühlen lassen, damit die unterseite knusprig bleibt und nicht durch kondenswasser aufweicht.

Katrin Wolkenberg

Tipp vom Chefkoch

für eine noch aromatischere variante können sie frischen knoblauch in dünne scheiben schneiden und zwischen den kartoffeln verteilen. Wer es würziger mag, streut vor dem backen chiliflocken über die oberfläche. Die focaccia lässt sich hervorragend einen tag im voraus zubereiten und bei 180 grad zehn minuten aufbacken. Bewahren sie reste in einem luftdichten behälter auf und toasten sie einzelne stücke kurz im ofen, um die knusprigkeit wiederherzustellen. Ein profi-tipp: verwenden sie immer hochwertiges natives olivenöl extra, da dessen geschmack maßgeblich das endergebnis prägt.

weinbegleitung für kenner

Zu dieser herzhaften kartoffel-focaccia empfiehlt sich ein trockener italienischer weißwein wie ein vermentino aus ligurien oder ein verdicchio aus den marken. Diese weine bringen die nötige säure mit, um die reichhaltigkeit des olivenöls auszubalancieren, ohne die dezenten rosmarinnoten zu überdecken.

Alternativ harmoniert ein prosecco wunderbar, dessen feine perlage die textur des brotes unterstreicht. Für liebhaber von rotwein bietet sich ein leichter barbera d’alba an, dessen fruchtige note perfekt mit den karamellisierten kartoffeln korrespondiert. Bei einer zwanglosen mahlzeit passt auch ein italienisches lagerbier ausgezeichnet.

Zusätzliche Info

Die focaccia stammt ursprünglich aus ligurien, der nordwestlichen küstenregion italiens, wo sie seit jahrhunderten als arme-leute-essen geschätzt wird. Der name leitet sich vom lateinischen focus ab, was herd oder feuerstelle bedeutet, da das brot traditionell auf heißen steinen am feuer gebacken wurde.

Die zugabe von kartoffeln ist eine kreative weiterentwicklung, die besonders in apulien populär wurde, wo kartoffeln reichlich verfügbar sind. Diese variante vereint zwei grundnahrungsmittel der mediterranen küche und schafft eine sättigende, dennoch leichte mahlzeit. In italien wird focaccia zu jeder tageszeit genossen: zum frühstück mit cappuccino, mittags als sandwich-grundlage oder abends zu antipasti. Die lange gehzeit des teiges ist entscheidend für die entwicklung der charakteristischen großen luftblasen und des komplexen geschmacks.

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