Der Puddingkuchen mit Streuseln gehört zu den beliebtesten Blechkuchen der deutschen Kaffeetafel. Diese Kombination aus saftigem Hefeteig, cremiger Puddingfüllung und knusprigen Butterstreuseln begeistert Generationen. Was in professionellen Konditoreien selbstverständlich ist, lässt sich mit der richtigen Technik auch zu Hause erreichen. Der Schlüssel liegt in der präzisen Vorbereitung jeder einzelnen Schicht und dem Verständnis für die chemischen Prozesse beim Backen. Mit dieser detaillierten Anleitung gelingt das Konditor-Niveau auch Anfängern.
Die Herausforderung besteht darin, drei unterschiedliche Texturen perfekt zu kombinieren: einen luftigen Hefeteig als Basis, eine stabile Puddingcreme, die nicht in den Teig einsinkt, und Streusel, die ihre Struktur beim Backen behalten. Jede Komponente erfordert besondere Aufmerksamkeit. Der Hefeteig muss ausreichend gehen, die Puddingcreme die richtige Konsistenz haben und die Streusel dürfen weder zu fest noch zu krümelig sein. Diese Recette führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. den hefeteig vorbereiten
Die Milch auf etwa 37 Grad erwärmen, sie sollte lauwarm sein, nicht heiß. In einer großen Schüssel das Mehl mit der Trockenhefe, 80 g Zucker und einer Prise Salz vermischen. Die lauwarme Milch und die geschmolzene, abgekühlte Butter hinzufügen. Alles etwa 5 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Ein warmer Ort bedeutet etwa 25-28 Grad, ideal ist die Nähe einer Heizung oder ein leicht vorgewärmter Backofen.
2. die puddingcreme zubereiten
Während der Teig ruht, die Puddingcreme vorbereiten. Von den 500 ml Milch etwa 6 Esslöffel abnehmen und mit dem Puddingpulver verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Die restliche Milch mit 60 g Zucker in einem Topf zum Kochen bringen. Sobald die Milch kocht, vom Herd nehmen und das angerührte Puddingpulver unter ständigem Rühren einrühren. Kurz aufkochen lassen, bis die Masse eindickt. Den Pudding in eine Schüssel umfüllen, direkt auf die Oberfläche Frischhaltefolie legen, damit sich keine Haut bildet, und vollständig abkühlen lassen. Dies ist wichtig, denn warmer Pudding würde den Hefeteig durchweichen.
3. die butterstreusel herstellen
Für die Streusel 250 g Mehl mit 120 g Zucker und 2 Päckchen Vanillezucker in einer Schüssel mischen. Die kalte Butter in kleine Würfel schneiden und zu den trockenen Zutaten geben. Mit den Händen oder einer Gabel alles zu groben Streuseln verarbeiten. Die Butter sollte kalt sein, damit die Streusel ihre Struktur behalten. Die Streusel nicht zu lange bearbeiten, sonst werden sie zu fest. Grobe, unregelmäßige Streusel sorgen für die beste Textur. Die fertigen Streusel bis zur Verwendung kühl stellen.
4. den teig ausrollen und belegen
Das Backblech mit Backpapier auslegen. Den gegangenen Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und dann auf die Größe des Backblechs ausrollen. Den Teig auf das vorbereitete Blech legen und gleichmäßig verteilen, dabei einen kleinen Rand hochziehen. Mit einer Gabel mehrmals in den Teig stechen, damit sich keine Blasen bilden. Den ausgerollten Teig nochmals 10 Minuten ruhen lassen. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
5. pudding und streusel verteilen
Den abgekühlten Pudding nochmals glattrühren, falls er zu fest geworden ist. Den Pudding gleichmäßig auf dem Hefeteig verteilen, dabei etwa 1 cm Rand frei lassen. Mit einem Teigschaber die Puddingcreme glattstreichen. Die vorbereiteten Streusel großzügig über die Puddingschicht verteilen, sodass die gesamte Oberfläche bedeckt ist. Die Streusel leicht andrücken, damit sie beim Backen nicht herunterfallen.
6. den kuchen backen
Das Blech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Den Kuchen etwa 35-40 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind und der Hefeteig durchgebacken ist. Nach 25 Minuten mit einem Holzstäbchen in den Teig stechen: Bleibt kein Teig haften, ist der Kuchen fertig. Falls die Streusel zu dunkel werden, das Blech mit Alufolie abdecken. Den fertigen Kuchen im Blech vollständig auskühlen lassen, erst dann in Stücke schneiden. Warmer Pudding würde beim Schneiden verlaufen.
Tipp vom Chefkoch
Für besonders lockeren Hefeteig die Milch durch halb Milch, halb Wasser ersetzen. Dies macht den Teig luftiger. Wer intensiveren Vanillegeschmack wünscht, kann das Mark einer halben Vanilleschote in die Puddingcreme einrühren. Die Streusel gelingen perfekt, wenn die Butter wirklich kalt aus dem Kühlschrank kommt. Für eine professionelle Note etwas Zitronenabrieb in den Hefeteig geben. Der Kuchen lässt sich hervorragend vorbereiten und schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser, da der Hefeteig dann besonders saftig ist. Zum Aufbewahren in einer Kuchenbox lagern, nicht im Kühlschrank, da der Teig sonst hart wird.
die perfekte begleitung zum puddingkuchen
Zum Puddingkuchen mit Streuseln passt klassisch ein frisch gebrühter Filterkaffee oder ein milder Cappuccino. Die Röstaromen des Kaffees harmonieren wunderbar mit den butterigen Streuseln und der süßen Vanillecreme. Für Teeliebhaber eignet sich ein schwarzer Tee mit einem Schuss Milch, beispielsweise ein kräftiger Assam oder ein aromatischer Earl Grey.
Kinder freuen sich über ein Glas kalte Milch oder einen Kakao. An warmen Sommertagen bietet sich auch ein Glas Eiskaffee oder ein fruchtiger Eistee an. Die Kombination aus süßem Kuchen und leicht herbem Getränk sorgt für einen ausgewogenen Genuss, der typisch für die deutsche Kaffeetafel ist.
Zusätzliche Info
Der Puddingkuchen mit Streuseln ist ein traditionelles Gebäck, das vor allem in Nord- und Mitteldeutschland zur Kaffeezeit serviert wird. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Hefeteig-Blechkuchen in bäuerlichen Haushalten populär wurden. Die Kombination mit Vanillepudding entstand erst später, als industriell hergestelltes Puddingpulver verfügbar wurde.
In Konditoreien wird dieser Kuchen oft als Puddingschnitte bezeichnet und gehört zum Standardrepertoire. Regional gibt es Varianten mit Schokoladenpudding oder Früchten wie Kirschen unter der Puddingschicht. Die Streusel, auf Deutsch auch Streuselkruste genannt, sind charakteristisch für viele deutsche Blechkuchen und sorgen für den entscheidenden Texturkontrast. Der Kuchen verkörpert die deutsche Backkultur mit ihrer Vorliebe für üppige, mehrschichtige Gebäcke.



