Die Rösti gehören zu den beliebtesten Gerichten der schweizerischen Küche und erobern seit Jahren auch deutsche Haushalte. Diese knusprigen Kartoffelpuffer lassen sich auf unzählige Arten zubereiten: klassisch mit Fleisch oder modern vegetarisch, aus geriebenen Kartoffeln oder buntem Gemüse. In diesem Beitrag präsentieren wir vier verschiedene Varianten, die jeweils ihre eigene Persönlichkeit haben und unterschiedliche Geschmäcker ansprechen.
Die Vielseitigkeit der Rösti macht sie zum perfekten Gericht für jede Tageszeit. Ob als herzhaftes Frühstück, als sättigendes Mittagessen oder als leichtes Abendessen – Rösti passen immer. Die Zubereitung erfordert etwas Geduld, aber mit den richtigen Techniken gelingen sie auch Anfängern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sowohl die fleischhaltige als auch die vegetarische Version meistern und welche Gemüsesorten sich besonders gut für kreative Variationen eignen.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Kartoffeln
Die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser waschen und bei Bedarf schälen. Für klassische Rösti können Sie die Schale auch dranlassen, wenn die Kartoffeln bio sind. Die Kartoffeln in einen großen Topf mit kaltem Wasser geben und zum Kochen bringen. Etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis sie halb gar sind. Das nennt man blanchieren, also ein kurzes Vorgaren, das die spätere Verarbeitung erleichtert. Die Kartoffeln abgießen und vollständig auskühlen lassen, am besten über Nacht im Kühlschrank. Kalte Kartoffeln lassen sich viel besser reiben und zerfallen nicht.
2. Kartoffeln reiben und würzen
Die kalten Kartoffeln mit der groben Küchenreibe raspeln. Die geriebenen Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch geben und kräftig ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Dieser Schritt ist entscheidend für knusprige Rösti, denn je trockener die Kartoffelmasse, desto besser wird das Ergebnis. Die Kartoffelraspel in eine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Zwiebeln fein würfeln und untermischen. Bei der Fleischvariante die Speckwürfel ebenfalls untermengen.
3. Gemüsevariante vorbereiten
Für die vegetarische Gemüse-Rösti die Karotten und Zucchini waschen und ebenfalls grob raspeln. Die Süßkartoffeln schälen und reiben. Alle Gemüseraspel in ein Küchentuch geben und gründlich ausdrücken. Das Gemüse in einer separaten Schüssel mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Thymian würzen. Einen Esslöffel Kartoffelstärke unterrühren, damit die Masse besser zusammenhält. Die Stärke wirkt wie ein Bindemittel, also ein Stoff, der die Zutaten verbindet und verhindert, dass die Rösti auseinanderfallen.
4. Rösti formen und braten
Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen und etwa 20 g Butterschmalz hineingeben. Das Fett sollte heiß sein, aber nicht rauchen. Für jeden Rösti etwa eine Handvoll Kartoffel- oder Gemüsemasse in die Pfanne geben und mit dem Pfannenwender flach drücken, sodass runde Fladen von etwa 1,5 cm Dicke entstehen. Die Rösti 6 bis 8 Minuten von einer Seite braten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Dann vorsichtig wenden und weitere 6 bis 8 Minuten braten. Nicht zu oft wenden, sonst werden die Rösti nicht knusprig. Bei Bedarf mehr Butterschmalz zugeben.
5. Speck-Rösti zubereiten
Für die deftige Variante mit Speck die gewürfelten Speckstücke zunächst in der Pfanne ohne zusätzliches Fett anbraten, bis sie knusprig sind. Den Speck herausnehmen und beiseite stellen. Im ausgetretenen Fett die Kartoffelraspel mit den untergemischten Zwiebeln zu Rösti formen und wie beschrieben braten. Die knusprigen Speckwürfel können entweder in die Rösti eingearbeitet oder später als Topping darüber gestreut werden. Diese Variante ist besonders herzhaft und eignet sich perfekt als Hauptgericht.
6. Fertigstellung und Warmhalten
Die fertigen Rösti aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen, um überschüssiges Fett zu entfernen. Im vorgeheizten Backofen bei 80 Grad warm halten, während Sie die restlichen Rösti braten. So bleiben alle Portionen schön heiß und knusprig, bis Sie servieren. Die Rösti sollten außen goldbraun und knusprig sein, innen aber noch saftig bleiben. Wenn Sie mehrere Varianten zubereiten, können Sie diese auf einem großen Teller arrangieren und gemeinsam servieren.
Tipp vom Chefkoch
Der Trick für extra knusprige Rösti: die geriebenen Kartoffeln oder das Gemüse wirklich gründlich ausdrücken. Je mehr Flüssigkeit Sie entfernen, desto knuspriger wird das Ergebnis. Ein weiterer Profi-Tipp: verwenden Sie mehligkochende Kartoffeln statt festkochende, denn diese enthalten mehr Stärke und werden knuspriger. Wenn Ihre Rösti beim Wenden auseinanderfallen, fügen Sie etwas Kartoffelstärke oder ein Ei zur Masse hinzu. Das stabilisiert die Struktur. Für eine besonders dünne und knusprige Variante drücken Sie die Rösti in der Pfanne ganz flach. Dicke Rösti bleiben innen saftiger, werden aber weniger knusprig.
Welcher Wein passt zu Rösti?
Zu den klassischen Kartoffel-Rösti mit Speck empfiehlt sich ein kräftiger Weißwein wie ein Schweizer Chasselas oder ein deutscher Silvaner. Diese Weine haben genug Körper, um mit dem deftigen Geschmack mitzuhalten, ohne zu dominant zu werden. Für die vegetarischen Gemüse-Rösti passt ein leichter Grauburgunder oder ein österreichischer Grüner Veltliner hervorragend. Die frische Säure dieser Weine harmoniert wunderbar mit dem süßlichen Aroma der Karotten und Süßkartoffeln. Wer lieber Bier trinkt, wählt ein helles Lagerbier oder ein Weizenbier, das die rustikale Note der Rösti unterstreicht. Für eine alkoholfreie Alternative eignet sich ein Apfelsaft-Schorle oder ein Holunderblütensirup mit Mineralwasser.
Zusätzliche Info
Die Rösti stammen ursprünglich aus dem Kanton Bern in der Schweiz und waren traditionell ein Frühstücksgericht für Bauern. Der Name leitet sich vom schweizerdeutschen Wort rösten ab, was auf die Zubereitungsart hinweist. Ursprünglich wurden Rösti aus übrig gebliebenen gekochten Kartoffeln vom Vortag zubereitet. Im Laufe der Zeit entwickelten sich zahlreiche regionale Varianten: in der Deutschschweiz bevorzugt man die pure Kartoffelversion, während in anderen Regionen Speck, Käse oder Zwiebeln hinzugefügt werden. Die Gemüse-Rösti sind eine moderne Interpretation, die besonders in der vegetarischen Küche beliebt geworden ist. In der Schweiz gibt es sogar einen Röstigraben, eine humorvolle Bezeichnung für die kulturelle Grenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz. Rösti sind heute weltweit bekannt und werden in vielen Ländern als Beilage oder Hauptgericht serviert.



