In der mediterranen Backstube vereinen sich sonnenverwöhnte Zitrusfrüchte mit der rustikalen Textur von Grieß zu einem Kuchen, der Tradition und Frische auf bemerkenswerte Weise verbindet. Dieser orangengetränkte Grießkuchen stammt aus der levantinischen Küchentradition und erobert seit Generationen die Herzen von Feinschmeckern. Die Kombination aus saftigem Teig und aromatischem Sirup macht ihn zu einem außergewöhnlichen Dessert, das sich perfekt für besondere Anlässe eignet. Anders als klassische Rührkuchen entwickelt dieser Kuchen durch die Grießstruktur eine einzigartige Konsistenz, die an orientalische Süßspeisen erinnert. Die Orangen verleihen ihm nicht nur Geschmack, sondern auch eine erfrischende Note, die schwere Süße ausbalanciert. Mit seiner goldenen Kruste und dem durchfeuchteten Inneren repräsentiert er kulinarische Handwerkskunst, die mit überschaubarem Aufwand gelingt.
25
40
mittel
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen und die Springform mit etwas Öl einfetten. Anschließend die Form leicht mit Mehl bestäuben, damit sich der Kuchen später problemlos lösen lässt. Diese Vorbereitung ist entscheidend für ein perfektes Ergebnis.
2.
In einer großen Schüssel Grieß, Mehl, Backpulver, eine Prise Salz und die Hälfte des Zuckers gründlich vermischen. Die trockenen Zutaten bilden das Grundgerüst des Kuchens und sollten gleichmäßig verteilt sein.
3.
Die Eier in einer separaten Schüssel aufschlagen und mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Dies dauert etwa drei Minuten und sorgt für eine luftige Textur. Das Aufschlagen bedeutet, Luft in die Eimasse einzuarbeiten, wodurch der Teig später besser aufgeht.
4.
100 ml Orangensaft, das Pflanzenöl, die abgeriebene Orangenschale und den Vanilleextrakt zu den Eiern geben. Alles gut verrühren, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Die Orangenschale bringt ätherische Öle mit, die dem Kuchen sein charakteristisches Aroma verleihen.
5.
Die flüssigen Zutaten zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Schneebesen zügig unterrühren. Der Teig sollte glatt sein, aber nicht zu lange gerührt werden, da sonst das Backpulver seine Wirkung verliert. Eine glatte Konsistenz bedeutet, dass keine Mehl- oder Grießklumpen mehr sichtbar sind.
6.
Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und die Oberfläche mit einem Teigschaber glattstreichen. Die gehobelten Mandeln gleichmäßig über den Teig streuen, damit sie beim Backen eine knusprige Kruste bilden.
7.
Die Form auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und 35 bis 40 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn ein Zahnstocher in die Mitte gestochen sauber wieder herauskommt. Die Oberfläche sollte goldbraun sein.
8.
Während der Kuchen backt, den Sirup vorbereiten. Dafür die restlichen 150 ml Orangensaft mit Honig, dem restlichen Zucker und Zimt in einem kleinen Topf erhitzen. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und die Mischung leicht eindickt. Dies dauert etwa fünf bis sieben Minuten.
9.
Den heißen Kuchen direkt nach dem Herausnehmen aus dem Ofen mit einem Zahnstocher mehrfach einstechen. Diese Löcher ermöglichen es dem Sirup, tief in den Kuchen einzuziehen und ihn von innen zu durchfeuchten.
10.
Den noch warmen Sirup langsam und gleichmäßig über den Kuchen gießen. Mit einem Löffel kann man nachhelfen, damit der Sirup sich gut verteilt. Der Kuchen sollte den Sirup vollständig aufsaugen, was etwa 15 Minuten dauert.
11.
Den Kuchen in der Form vollständig auskühlen lassen, idealerweise über mehrere Stunden oder über Nacht. Dadurch kann sich der Geschmack optimal entfalten und die Konsistenz wird perfekt saftig. Erst dann aus der Form lösen und servieren.
Tipp vom Chefkoch
Der Kuchen schmeckt am besten, wenn er mindestens vier Stunden oder über Nacht durchziehen kann. Der Sirup verteilt sich dann optimal im Teig. Wer es besonders aromatisch mag, kann dem Sirup einen Esslöffel Orangenblütenwasser hinzufügen. Für eine nussigere Note lassen sich die Mandeln durch gehackte Pistazien ersetzen. Der Kuchen lässt sich hervorragend für drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahren und wird dabei sogar noch saftiger.
Passende Getränke zum Grießkuchen
Zu diesem mediterranen Kuchen passt hervorragend ein türkischer Mokka oder ein aromatischer Pfefferminztee, wie er in der Levante traditionell serviert wird. Die Bitterkeit des Kaffees oder die Frische des Minztees bilden einen wunderbaren Kontrast zur Süße des Kuchens. Alternativ harmoniert ein Glas gekühlter Orangensaft oder ein leichter Kräutertee ausgezeichnet mit den Zitrusaromen. Für besondere Anlässe empfiehlt sich ein süßer Dessertwein wie Muscat de Beaumes-de-Venise, dessen fruchtige Noten die Orangenaromen unterstreichen.
Zusätzliche Info
Der Grießkuchen mit Orangen, im arabischen Raum als Basbousa oder Revani bekannt, hat eine jahrhundertealte Tradition in der levantinischen und türkischen Küche. Ursprünglich wurde er in Klöstern und bei religiösen Festen serviert. Die Verwendung von Grieß statt Mehl geht auf Zeiten zurück, als Weizengrieß leichter verfügbar war als fein gemahlenes Mehl. Der charakteristische Sirup, der den Kuchen durchdringt, ist typisch für orientalische Süßspeisen und macht ihn besonders lange haltbar. In verschiedenen Regionen existieren Varianten mit Rosenwasser, Kokos oder Joghurt. Die Kombination mit Orangen ist besonders in mediterranen Küstenregionen verbreitet, wo Zitrusfrüchte reichlich wachsen.



